Aktion zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen
Ein Aktionsbündnis in Herbstein lädt zum Umdenken ein: Falsch parkende Autos auf Gehwegen sind Barrieren nicht nur für Menschen mit Behinderungen
Anlässlich des Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen am 5. Mai finden seit mehr als 30 Jahren bundesweit unterschiedliche Aktionen statt.
Ein Aktionsbündnis aus Herbsteiner Organisationen, bestehend aus den VdK Ortsverbänden Herbstein und Altenschlirf, Leben am Weinberg e.V., Kompass Leben e.V., Gemeinschaft Altenschlirf, Arbeitskreis Teilhabe in Herbstein und der Helmut von Bracken Schule, möchte diesen Anlass nutzen, um zu zeigen, dass Barrieren für Menschen mit Behinderungen oft ganz einfach abzubauen sind – und vor allem mit Vorteilen für viel mehr Menschen.
Deshalb folgen auch weitere Einrichtungen (Kindertagesstätten, Senioreneinrichtungen und Schulen) im Gemeindegebiet der Einladung, am Aktionstag 9. Mai auf Gehwegen falsch parkende Autofahrer*innen durch Flyer aufmerksam zu machen, dass sie mit ihren Autos den Platz dort einschränken für Menschen, die diesen Gehweg brauchen. Das sind z.B. Kinder, die allein und möglichst sicher ihren Schulweg, in ihrer Freizeit zum Sport, kleine Besorgungen oder Besuche bei Freunden bewältigen wollen. Oder Familien mit einem Kinderwagen, für die es durch das Auto auf dem Gehweg zu eng werden kann. Oder auch ältere Menschen mit Rollator, die befürchten, dass sie entweder das Auto beschädigen oder selbst Kratzer von einer Hecke davontragen, wenn sie sich vorbeiquetschen müssen. Für Menschen im Rollstuhl, gibt es oft gar kein Durchkommen zwischen einer Mauer und einem Auto. Deshalb ist ein Umdenken der Autorfahrer für so viele Menschen wichtig. Denn es kann sogar sein, dass Menschen gezwungen werden auf die Straße auszuweichen – auch wenn ein Autofahrer vielleicht nur kurz dort halten wollte. Das kann gefährlich werden!
Auch Mitarbeitende des Ordnungsbehördenbezirks unterstützen die Aktion, verzichten jedoch an diesem Tag auf Strafzettel. Denn selbstverständlich hat jeder Autofahrer*in in der Fahrschule gelernt: Parken (und Halten) auf Gehwegen ist grundsätzlich verboten, wenn keine Verkehrszeichen dies dort erlauben. Wenn sich alle daranhalten, können so viele Fußgänger mit und ohne Behinderungen auf Gehwegen sicher laufen.
Am 9. Mai um 11 Uhr lädt das Aktionsbündnis darüber hinaus zu einem Begegnungsfest im Kurpark ein. Dort gibt es neben kleinen Snacks und Getränken die Möglichkeit sich kennenzulernen, etwas über den Arbeitskreis Teilhabe in Herbstein zu erfahren, selbst Anregungen für mehr Teilhabe in Herbstein zu geben und sich am inklusiven Bewegungsparcours zu bewegen oder einfach nur den schönen Kurpark genießen. Die Aktion wird gefördert durch die Aktion Mensch.